ForschungDas Hubble Weltraumteleskop hat ohne Frage unser Bild des Universums grundlegend geprägt. Erstmals in der Geschichte der Astronomie war es möglich, dass jedermann weltweit Einblick in die Forschungsarbeit von Hubble nehmen konnte und spektakulärste Aufnahmen des Universums, dank dem Internet, niemandem vorenthalten blieben. Dies ist sicherlich auch der Öffentlichkeitsarbeit der NASA zu verdanken, die es sich zum Grundsatz machte, die Menschheit an ihrer Arbeit teilhaben zu lassen. Hubble fertigte während seiner Betriebszeit einmalige Aufnahmen an und blickte dabei weiter ins Universum als je ein Teleskop zuvor. Dabei konnten einige Theorien über das Universum, die bis dahin nur auf dem Papier existierten, bestätigt und ergänzt werden. Die primäre Aufgabe von Teleskopen der nächsten Generation wird es allerdings sein, Planetensysteme ausfindig zu machen und vielleicht sogar eine zweite Erde zu entdecken. Mit Hilfe der Interferometrie ist es bei erdgebundenen Teleskopen mittlerweile möglich, das Licht eines Sterns "auszublenden" und einen möglichen Begleiter direkt sichtbar zu machen. Dies gelang erstmals im September 2004 am VLT der ESO mit dem Braunen Zwerg 2M1207. Bis Anfang Oktober 2006 konnten mit Hilfe direkter und indirekter Beobachtungstechnologien 210 Exoplaneten in 180 Systemen nachgewiesen werden. |
|
erdgebundene Teleskope |
|
VLTBeim Very Large Teleskope Interferometer handelt es sich um die größte erdgebundene Teleskopanlage der Welt. Diese besteht aus vier Hauptteleskopen, wobei jedes einzelne Teleskop einen 8,2 Meter Spiegel enthält. Durch eine in Deutschland entwickelte Software ist es möglich, diese vier Einzelspiegel zu einem Spiegel zu vereinen, wobei sich eine Gesamtspiegelfläche von 200qm ergibt. Durch die bereits in den 80ern entwickelte Technik der Interferometrie ist es möglich, Störungen der Erdatmoshäre auszugleichen und somit eine extrem hohe Auflösung zu erzielen. Die Optik der zusammengeschalteten Teleskope kann noch Licht von Sternen empfangen, das vier Milliarden mal lichtschwächer ist, als der schwächste Stern, den man mit bloßem Auge empfangen kann. |
![]() Das VLT in Chile in der Atakamawüste - ein Wunderwerk der Technik. Entstehungskosten rd. 1 Mrd. Euro. |
LBTDas Large Binocular Telekop befindet sich momtentan noch im Bau und soll Ende diesen Jahres zumindest mit einem Teleskop an den Start gehen. Das Teleskop funktioniert wie ein riesiges Fernglas und besteht somit aus zwei parallelen Teleskopen mit jeweils 8,4 Metern Durchmesser. Diese werden mit Hilfe eines Instruments, das sich LINC-NIRVANA nennt, in einer Brennebene gebündelt und mit Hilfe der Interferometrie überlagert. Theoretisch entspricht die damit erzielte Auflösung einer Spiegeloberfläche von 23 Metern Durchmesser. Die Lichtempfindlichkeit ist so ernorm, dass sich aus einer Entfernung von 2,5 Mio Kilometern noch eine Kerze erkennen lassen würde. |
![]() Diese Abbildung zeigt den komplexen Aufbau des LBT in Arizona. Es wird im Jahr 2007 in Betrieb gehen und das modernste erdgebundene Teleskop sein. |
W.M. Keck ObservatoryDas W.M. Keck Teleskop befindet sich in Hawaii auf dem erloschenen Vulkan Mauna Kea und ist mit seinen beiden 10-Meter Spiegeln das größte Teleskop der Welt. |
|
APEX-TeleskopEin neues Teleskop in der Wüste Chiles, das unter Leitung des Bonner Max-Planck-Instituts für Radioastronomie gebaut wurde, untersucht Gas- und Staubwolken im All. Aus der Strahlung mit Wellenlängen im Submillimeter-Bereich lassen sich chemische und physikalische Bedingungen in solchen Molekülwolken erschließen. Das Radioteleskop wurde in 5100 Metern Höhe in der Atacama-Wüste aufgestellt, weil dort durch die Höhe und die Trockenheit der wichtigste Störfaktor weitgehend ausgeschaltet ist: Die Strahlung im Submillimeter-Bereich wird sonst durch Wasserdampf in der Atmosphäre geschluckt. |
![]() APEX Teleskop in der Chilenischen Atacama Wüste © Arnaud Belloche, MPIfR |
Weltraumteleskope |
|
Planck MissionDas Planck Observatorium wurde zusammen mit dem Herschel Teleskop am 14.Mai 2009 von einer Ariane 5 Rakete ins All gebracht und nahm nach sechs Wochen Reisezeit und einer erfolgreichen Abkühlung der Instrumente auf -273,05 Grad Celsius, seine Arbeit im L2 Orbit (Second Lagrange Point) auf. |
![]() |
Kepler MissionDas Kepler Teleskop wurde am 06.März 2009 von einer Delta-II Trägerrakete ins All gebracht und nahm eine heliozentrische Bahn, ähnlich der Erbahn um die Sonne ein. Das primäre Ziel dieser Mission wird es also sein, so viele Transitplaneten wie möglich zu detektieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wird vorwiegend eine sehr sternenreiche Region im Cygnus Arm unserer Galaxie untersucht. Aus folgenden Gründen hat man sich für diese Region entschieden: |
![]() Kepler Mission: Auf der Suche nach bewohnbaren Planeten |
Hubble Space TeleskopeDas HST ging nach anfänglichen Schwierigkeiten 1990, nach einer spektakulären Reparaturaktion im Dezember 1993 fehlerfrei an den Start und wurde 1999 nochmal komplett runderneuert. Dabei wurde ein neuer Computer, sowie 6 Gyroskope die zur Ausrichtung Hubble's notwendig sind, eingebaut. |
![]() Das Hubble Space Telescope (HST) |
Spitzer Space TeleskopeDieses Teleskop arbeitet ausschließlich im Infrarotbereich zwischen 3 und 180 Mikrometern und befindet sich seit August 2003 im Einsatz. Da Infrarotstrahlung durch die Erdathmosphäre gefiltert werden würde, und um das Teleskop gegenüber thermischer Strahlung von der Erde abzuschirmen, befindet es sich in einer heliozentrischen Bahn ausserhalb des Erdorbits. |
![]() Spitzer Space Telescope (SIRTF) |
ChandraAls Röntgensatellit zählt Chandra zusammen mit dem Hubble, dem CGRO (mittlerweile ausser Dienst gestellt) und dem Spitzer Teleskop zu einem NASA-Programm, das sich Great Observatory Program nennt. Chandra ist das größte Objekt, das jemals von einem Spaceshuttle ins All transportiert wurde. |
![]() Röntgenteleskop Chandra (Illustration: MSFC/NASA) |
Teilchenbeschleuniger |
|
Large Hadron Collider (LHC)Im Jahr 2008 soll der Large Hadron Collider LHC beim Forschungszentrum CERN in Genf in Betrieb gehen. Mit Kollisionsenergien im Bereich von Teraelektronenvolt wird der 26,7 Kilometer lange Beschleuniger der leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger der Welt sein. Der nach einer langjährigen Planungs- und Vorbereitungsphase derzeit im Bau befindliche Large Hadron Collider LHC am CERN in Genf wird allgemein als das "Flaggschiff" der Hochenergiephysik in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren angesehen. Hier werden in Proton-Proton-Kollisionen die Zusammenstöße zwischen ihren elementaren Bausteinen - den Quarks und Gluonen - bei bisher unerreichten Energien im TeV-Bereich (1 Teraelektronenvolt = 1012 Elektronenvolt) untersucht. Sowohl der Beschleuniger als auch die vier Detektoren (ATLAS, CMS, LHCb und ALICE) werden in weltweiter Kooperation von Forschergruppen aus 34 Ländern entwickelt und gebaut. Mit einer geplanten Proton-Proton-Schwerpunktsenergie von 14 TeV wird der LHC für lange Zeit der weltweit leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger sein und Bedingungen für Reaktionen erzeugen, die zu Zeiten von etwa 10-13 bis 10-14s nach dem Urknall von Bedeutung waren. Die Protonkollisionsenergie von 14 TeV ist hoch genug, um elementare Reaktionen - also Reaktionen zwischen Quarks und Gluonen - im TeV-Bereich zu erzeugen. Der LHC kann alternativ mit schweren Ionen betrieben werden, wobei die pro Kollision frei werdende Energie 1150 TeV beträgt - 30-mal mehr als am Schwerionenbeschleuniger RHIC in Brookhaven (USA), der die derzeit höchste Energie für Schwerionenkollisionen liefert. Damit können experimentelle Bedingungen für Reaktionen erzeugt werden, wie sie kurz vor dem so genannten QCD-Phasenübergang etwa 10-6 s nach dem Urknall existierten, bevor aus den ursprünglich vorhandenen freien Quarks und Gluonen Hadronen wurden. Bautechnisch in demselben Beschleunigertunnel aufgebaut wie LEP, steht der LHC als Hadronbeschleuniger eher in historischer Linie mit den Proton-Antiproton-Collidern Sp p S bei CERN und Tevatron bei Fermilab in Chicago, USA. Es wird erwartet, dass das wissenschaftliche Potenzial von LHC an die mit der Entdeckung der schweren Kraftteilchen W und Z (am Sp p S) und des Top-Quarks (am Tevatron) herausragenden Leistungen seiner Vorläufer anknüpfen wird. In dieser Hinsicht wird die Inbetriebnahme des LHC die Experimente am Tevatron im Jahr 2008 ablösen. Allgemein werden von den Experimenten am LHC fundamentale Entdeckungen erwartet, die das derzeitige Verständnis der Materie und ihrer Wechselwirkungen erweitern - allen voran die Entdeckung von Higgs-Teilchen und/oder von supersymmetrischen Teilchen. |
![]() Schematische Darstellung des LHC-Ringbeschleunigers und der vier Experimente am CERN. Der Large Hadron Collider LHC wird im Tunnel des Teilchenbeschleunigers LEP aufgebaut, der im Jahr 2001 abgebaut wurde. In vier unterirdischen Hallen stehen die Experimente ALICE, ATLAS, CMS und LHCb. |
Zukunftsprojekte |
|
JWST - James Webb Space TelescopeDieses Teleskop wird voraussichtlich im August 2011 das berühmte Hubble-Teleskop ablösen. Der Standort des JWST befindet sich ca. 1,5 Mio Kilometer von der Erde entfernt, im sogenannten L2 Orbit (Lagrange Point) des Erde-Sonne Systems. |
![]() James Webb Space Telescope (Illustration: MSFC/NASA) |
- Startseite - Kontakt - Register - |